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Wat is bloß los mit die Oberhaveler Grünplinsen?

Sitzen da so in ihrm Kreistag rum nach dem Lebensmotto „Kinda, lernt bloß nischt! Wenn ihr wat lernt, müßta reeneweg arbeeten“ und hab‘n woll dessertwejen ooch sonne tiefe Affenität zu unsre neuerlichen weltjeöffneten Fachkräfte. Mit das scheene Wort Grünplinsen meen ick natürlich die besonders bunten Grienen, Piraten und Linken aus de Rejenbochendemokratie, abjekürzt wejen de Effizienz un nach ihre Anteile darinne. Also - et jeht konkret um den „weltoffenen und toleranten Landkreis Oberhavel“. Warum son geilen Spruch? Naja, weil vor die letzte Wahl son CDU-Kandidate laut jedacht hatte, daß det mit die ville neue Fachkräfte nich et Jelbe vom Ei wäre. Ob da der olle Märker mit ihm durchjebrannt is? Wenn ick mir erinnere, wie mir vor juut fuffzich Jahre als junge Studenten übern märkischen Acker mang Templin und Bad Stuer jerutscht sin, um tonnenweise de Erdäppel uffzusammeln, wie et uns olle Fritz jelehrt hat, muß ick sachen, daß mer als Deutsche seinerzeit eejentlich immer juut alleene zurechtjekomm sin, weil alle mitjemacht ham. Dunkelhäutich warn dazumals unsre Landsleite nur in Wind un Wetter jegerbt von de Arbeet, dajejen unsre heitjen Dunkelhäutjen garantiert eher nich. Und wenn dazumals doch een paar Andersfarbje dahier warn, ham die jelernt und jearbeet und sin hernach wieder heem jeflochen. Und wenn die braun bis schwarze Gockels et in de Platte kriechten und wollten off unsre scheenen Weißen Lechhorn steijen, dann hammer den janz fix ihre Schwanzfedern jestutzt und preußische Maniern beijebracht. In die Sache warn mir reeneweg so was von absolut nich tollerant aber ooch! Un damals hätte son Märker sofort jeantwortet, daß mer mit die Offenheet nach alle Seiten hin janz, janz vorsichtich sein muß, weil mer sonst gleich nich mehr so janz dichte is! Un jenau dessertwejen gab es ooch keene Grünplinsen anno dunnemals: Mir warn mit die Füße un die Hände noch fest in unsre scheene Heimaterde verwurzelt. Jenau so wie et uns olle Heinrich George noch in Sachsenhausen offen Schmierzettel jedichtet hatte, ehe der Russe ihn hat verrecken lassen. Aber ick schweife ab – würde olle Hahnemännchen sachen – drum zurück zu die nichweltoffene Toleranz von det CDU-Männeken.

Also dessertwejen hatten nun de Grünplinsen in Kreistach Oberhavel een Antrach einjebracht mit alle Pipapo, also vonne Distanzierung über Bekenntnisse bis zu die persönliche Verpflichtung zu alles, wat wir inne mitreißende Multikultiströmung so liebn, also wie früher mang de Plandiskussion. Der jeneichte Leser möje sich erinnern.  

Und wie se nun so sin, de Grünplinsen, hamse natürlich nich mehr uff ihrm Mattschirm jehabt, det ihr janzer scheener Antrachschißlaweng inne Jahr 2000 schon mal so vom Kreistach beschlossen war. Is det nun blinder Fleck oder schon grauer Starmatz? Vielleicht liecht et aber ooch nur an zu ville Hochprozentjem. Denn wenn ik mir so an meine drei Monate in die Prenzlauer Kaserne erinnre, fällt mir uff, daß die märkische, hiesje Juchend jeden Abend den Klaren flaschenweise belüftet hat.
Ick dachte mir manchmal: Jungs, seid froh, daß eure Leber det durchsichtje Zeuch nich sieht und euch später mal keene Fisematenten macht. Un denn inne Frühe wurden de leern Flaschen vom Rasen jesammelt, ehe de Uffziere eintrudelten, wie weiland vom Acker de Erdäppel. Heutzutache kannste darjejen de Flaschen meerschtenteels in die multikultirelle Politik uffsammeln.

Und - weil nu de CDU den ollen Antrach widder rausjekramt hat und mitsamt den übrijen Rejenbochenpartein neu abstimmen ließ, warn die Grünplinsen so verklappst, daß se nun jejen ihrn Schißlaweng von damals stimmten, also GEGEN de Toleranz, GEGEN de Weltoffenheet un all det annere Antigedöns. Wat sachste nu?
Villeicht een kleener Trost:
Doof is bessa wie pucklich – det sieht man nich so.

Aber – es könnte auch einen ernsthaften Grund geben! Nämlich - weil es einen richtigen Deutschen oder Brandenburger im Kreistag Oberhavel gibt, den Detlef Appel – so treu und heimatverbunden wie die alten Preußen oder eben ein echter Erd-Appel. Denn der hatte einen Ergänzungsantrag eingebracht, daß man sich auch gleich mit von kommunistischem und unser Gemeinwesen verachtendem Gedankengut distanziert. Wollten die Grünplinsen solches etwa im Anschluß mit durchboxen? So viel Einsicht? Zumal man sich im Beschluß ja auf die beiden Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis berief. So sind zwar in Sachsenhausen laut Sonderstandesamt Arolsen in den 12 Nazijahren über 5.000 Menschen gestorben, dagegen in den 4 Jahren danach unter den „Befreiern“ aber über 25.000!
Ähnlich ging es in den anderen Lagern Mitteldeutschlands zu!
Jedenfalls ist das die von Prof. Dr. Werner Bockhacker, Chefarzt des Krankenreviers in Sachsenhausen  vor und nach Mai 1945, “in Abstimmung mit den Doktores Hirschfeld, Risack, Clausnitzer, Priebe und Loeser“ festgestellte Todeszahl. In einem Schreiben vom Oktober 1954, worin er noch bittet, diese Aussagen erst nach 1965 zu verwenden. Er hoffte wohl, nach seiner Pensionierung dann keine Probleme mehr aus seiner Wahrheitsliebe befürchten zu müssen. Aha, gibt es das? Probleme wegen der Wahrheit?
Höchst erstaunlich ist die Anzahl der Ärzte in einem Konzentrationslager, nicht wahr?
Und noch erstaunlicher ist seine Aussage, daß „alle Bestecke, Verbandsstoffe, Medikamente und Einrichtung aus der Zeit vor Mai 1945 stammten. Die Bestände waren groß und wurden erst 1948 dürftig nachgeschoben.“ Schau einer an, was für Vernichtungslager!
Sind die Grünplinsen nun etwa aus diesen Fakten zu ganz neuen Erkenntnissen und Sichtweisen gekommen? Haben sie angefangen, selbst zu denken?

Das wünscht ihnen und allen anderen aus dem südlichen Zipfel der preußischen Provinz Sachsen mit Verlaub und absolut nicht untertänigst
Hans Püschel.


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